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Bienen

Apiformes sind eine Insektengruppe, in der mehrere Familien der Hautflügler (Hymenoptera) wie Wespen, Hornissen oder auch Hummeln zusammengefasst sind. Umgangssprachlich wird mit dem Begriff ‘Biene’ meist die westliche Honigbiene (Apis mellifera) assoziert, die wegen ihrer Bedeutung als staatenbildender Bestäuber von Nutzpflanzen und als Honigproduzent besondere Aufmerksamkeit erfährt. Dabei handelt es sich bei den Bienen um eine recht große Gruppe mit sehr unterschiedlichen Arten. Viele davon, vor allem die nicht in Staaten, sondern alleine (solitär) lebenden Bienen werden unter dem Begriff Wildbienen zusammengefasst. Die Honigbiene selber tritt in verschiedenen Formen auf, deren Anhänger sich auf Grund der Besonderheiten bei der Vermehrung der Bienen zum Teil auch heute noch recht heftige, ideologisch motivierte Lagerkämpfe liefern. Aktuell werden in Deutschland zwei, mit Einschränkungen drei Bienenrassen mit Erfolg gehalten: Carnica, Buckfast und evtl. die dunkle Biene.

Urspünglich heimisch in Deutschland war wohl die dunkle Biene (Apis mellifera mellifera Linnaeus, 1758), kurz  ‘Nigra’, die aber in der Fläche schon recht früh zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch die besser durchgezüchtete und somit sanftmütigere und einfacher zu führende Krainer Biene (Apis mellifera carnica Pollmann, 1879), kurz Carnica,  verdrängt wurde. Schon den Nationalsozialisten war der wirtschaftliche Nutzen dieser Umstellung bewußt und viele Facetten des ideologischen Feuerwerks stammen aus dieser unglücklichen Zeit, zumal nach dem Krieg die Landwirtschaft und dort insbesondere die Tierzucht ein Tummelfeld für plötzlich arbeitslose Rassenspezialisten wurde. Das andere Lager beruft sich auf das Erbe von Karl Kehrle (*1898 +1996), der in Oberschwaben in Mittelbiberach geboren wurde und dann als Mönch unter dem Namen Bruder Adam vom englischen Buckfast Abby aus die Imkerwelt revolutionierte, indem er aus aller Welt genetisches Bienenmaterial zu einer Art neuen Superbiene zusammenfügte. Aus heutiger Sicht unter den Aspekten der Biodiversität natürlich eine Katastrophe, hat er eine sehr leistungsfähige Biene geschaffen und die Imkerei auf vielerlei Art und Weise revolutioniert.

Der Lagerkampf kurz zusammengefaßt: Die Befürworter der dunklen Biene sind die besseren Menschen, die wahren Naturschützer, die gegen all die kommerziellen Interessen die dunklen Biene wieder ansiedeln, zumindest aber ihr Aussterben verhindern wollen. Carnicaimker sind  dagegen die Imker-Traditionalisten, die die Vorzüge der Carnica gegenüber der Nigra im Fokus haben, verteidigen und die, wenn sie ihre Arbeit durch die Buckfastbiene in Gefahr wähnen auch gerne mal rot sehen. Buckfastimker sind im Gegensatz dazu immer die moderneren Imker, deren bessere Biene und überlegene Betriebsweise der Feind des Guten (Carnica) ist. Allen Lagern gemeinsam ist, das sie und nur sie Recht haben. Den Bienen selber ist dieser Lagerstreit übrigens völlig egal.

Ich habe über 10 Jahre erfolgreich mit Carnicabienen imkern dürfen und mag diese sehr. Seit einiger Zeit habe ich auch ein Herz für Buckfastbienen entdeckt und bin auch dort immer wieder begeistert über die vielen Facetten der Bienenzucht und die unglaublichen Details die die vielen Züchter in der Nachfolge Adams herausarbeiten konnten. Bienen sind einfach toll, aber die Verbindung von Mensch und Biene ist schlicht großartig! Imker ist soviel mehr als nur Honigernten.